Wandergeselle Simon Austermann zu Gast bei der Kreishandwerkerschaft Märkischer Kreis

Jun 04 2014
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Wandergeselle Simon Austermann (l.) besuchte die Kreishandwerkerschaft Märkischer Kreis und gewährte im Gespräch mit dem Leitenden Geschäftsführer Ass. Andreas Fabri interessante Einblicke in seine Erlebnisse während der Wanderschaft.Von der Schweiz über Frankreich und Polen zurück in die heimischen Gefilde nach Deutschland – Wandergeselle Simon Austermann schaute kürzlich im Rahmen seiner „Walz“ auch bei der Kreishandwerkerschaft Märkischer Kreis vorbei.

Im „Haus des Handwerks“ bat der junge Zimmermann den Leitenden Geschäftsführer Ass. Andreas Fabri um ein kleines Wegegeld und einen Stempel für sein Wanderbuch, was ihm beides gerne gewährt wurde. „Man sammelt seine Erfahrungen“ kommentierte der Zimmermannsgeselle seine außergewöhnliche Reise. Gebürtig aus Rietberg verabschiedete sich der junge Mann für drei Jahre und einen Tag von Freunden, Verwandten und Bekannten. In dieser Zeit darf er seinem Heimatort nicht näher als 60 Kilometer kommen, sonst wird das Wanderbuch entzogen.

Mindestens ein Jahr möchte Austermann in Deutschland bleiben: „Hier gibt es noch genug Ecken, die ich nicht kenne.“ Für Unterkunft, Verpflegung und alles, was zum Leben nötig ist, sorgt er selbst. Entweder durch Arbeit oder in Form traditioneller Verse, mit denen er um etwas Essen oder ein Dach über dem Kopf bittet. Selten wird es ihm verwehrt, denn es gelten strenge Regeln, damit auch dem nächsten Wandergesellen noch gerne Unterkunft gewährt wird.

Die „kühlste“ Erfahrung machte Simon Austermann in einem Parkhaus, wo er eine Nacht in Eiseskälte verbringen musste: „Das war schon sehr unangenehm, kommt aber zum Glück nicht so häufig vor.“ Den Kontakt zur Familie und zu Freunden hält er nach wie vor. Allerdings nicht mehr so häufig wie zu Beginn seiner Wanderschaft. Anrufe bei den Eltern stehen etwa alle zwei Monate an. „Das reicht vollkommen aus“, ist er sich sicher, „denn die wissen ja, was ich mache.“

Austermann gehört dem 1910 in Bern gegründeten „Fremden Freiheitsschacht“ an. „Da dies eine sehr kleine Vereinigung ist, kennt jeder jeden.“ Untereinander sprechen sich die Wandergesellen mit „Bruder“ an. Der Kontakt wird in der Regel ein Leben lang gepflegt. Drei Jahre und einen Tag muss er durchhalten, bevor er von seinen „Brüdern“ wieder über das Eingangsschild seines Heimatortes gehoben wird. Danach soll der Meister gemacht und in naher Zukunft der eigene Betrieb eröffnet werden.

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