„Gute Ausbildung benötigt gute Rahmenbedingungen“ – Mindestlohn als Meilenstein - Staatssekretär Dr. Ralf Brauksiepe zu Gast im bbz

Apr 12 2013
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(v.l.) Wolfgang Linke, Christian Will, Christel Voßbeck-Kayser, Dr. Ralf Brauksiepe, Thorsten Schick und Dirk H. Jedan trafen sich im bbz zum Erfahrungsaustausch.„Eine gute Ausbildung ist auf gute Rahmenbedingungen angewiesen!“ – Der Vorsitzende des berufsbildungszentrums der kreishandwerkerschaft märkischer Kreis (bbz), Christian Will, brachte es im Rahmen des Besuchs von Dr. Ralf Brauksiepe, seines Zeichens Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, auf den Punkt.

Gemeinsam mit der Bundestagskandidatin Christel Voßbeck-Kayser, dem Landtagsabgeordneten Thorsten Schick, bbz-Geschäftsführer Dirk H. Jedan sowie bbz-Leiter Wolfgang Linke entwickelte sich die Diskussion schnell zu einem angenehmen und intensiven Erfahrungsaustausch.

Ausdrücklich begrüßt wurde die Einführung eines Mindestlohnes für Bildungsträger. Dr. Brauksiepe bezeichnete diesen gar als „Meilenstein für die berufliche Bildung“.

Christian Will lobte eingangs die angenehme und konstruktive Zusammenarbeit mit der Arbeitsagentur und dem Jobcenter.

(v.l.) Wolfgang Linke, Thorsten Schick, Dirk H. Jedan, Christian Will, Dr. Ralf Brauksiepe und Christel Voßbeck-Kayser diskutierten in entspannter Atmosphäre über Arbeitsmarkt-Maßnahmen und Ãœberbetriebliche Ausbildung.Dirk H. Jedan verwies in diesem Zusammenhang auf die gemeinsame Problematik von Arbeitsagentur, Jobcenter und qualifizierten Bildungsträgern, Qualität und Preis in Einklang zu bringen. Brauksiepe machte deutlich, dass der Preis nicht die alleinige Rolle spielen dürfe. Tatsächlich werde die Qualität in einem hohen Maße berücksichtigt: „Nur in rund 40 Prozent aller Ausschreibungen der Agentur für Arbeit sei das günstigste Angebot auch das Wirtschaftlichste.“ Hier versprach der Parlamentarische Staatssekretär: „Wir arbeiten weiter daran, dass diese Qualität in noch höherem Maße berücksichtigt wird als bisher, denn Wirtschaftlichkeit hat immer mit Preis und Leistung zu tun!“ Will und Jedan begrüßten dies einhellig: „Für uns stehen Qualität und individuelle Förderung im Vordergrund.“

Dem bbz als bedeutendem regionalen Akteur komme eine besondere arbeitsmarkt- und wirtschaftsförderungspolitische Bedeutung zu. An der Stelle sei das bbz regional für den Märkischen Kreis systemrelevant und unverzichtbar!

Im Vorfeld der Diskussion nutzte Dr. Ralf Brauksiepe die Gelegenheit, sich während eines Besuches in den bbz-Werkstätten von der Arbeit des Berufsbildungszentrums zu überzeugen. Im Gespräch mit Ausbildern und Auszubildenden erhielt der Staatssekretär einen überaus informativen und fachlich fundierten Einblick in den Tagesablauf der handwerklichen Bildungsstätte.

(v.l.) Dirk H. Jedan, Dr. Ralf Brauksiepe, Christian Will, Christel Voßbeck-Kayser, Thorsten Schick und Wolfgang Linke besichtigten die Werkstätten des bbz.Dabei führte der Weg unter anderem durch den ursprünglich als Provisorium angedachten Zelt-Anbau der Straßenbau-Abteilung. Will und Jedan wiesen darauf hin, dass ein solider Anbau bereits seit mehreren Jahren geplant sei, jedoch stets an der fehlenden Co-Finanzierung des Landes scheitere. Der Bund stelle die Gelder zur Verfügung, das Land NRW bewillige aber nur unzureichende Mittel für die erforderliche Co-Finanzierung. „Das Land stellt für rund 160 handwerkliche Bildungseinrichtungen in NRW lediglich rund 3,5 Millionen Euro bereit“, so Jedan. Hier bestehe dringender Handlungsbedarf.

Dies sah auch der Landtagsabgeordnete Thorsten Schick so, der eindeutig Position bezog: „Hier liegt eine falsche politische Prioritätensetzung vor.“ Er versprach, eine Anfrage an den Landtag zu richten, um sicher zu stellen, dass keine Bundesmittel mehr an NRW vorbei fließen.

Dr. Ralf Brauksiepe ergänzte in diesem Zusammenhang, dass es sich tatsächlich nur um eine geringere Förderungsquote handle. Bis zu 60 Prozent übernähme der Bund, so dass das Land sich lediglich mit rund 15 Prozent zu beteiligen habe. Er machte klar: „Hier muss NRW seiner politischen Verantwortung nachkommen!“

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