bbz präsentierte wirtschaftliche Frässtrategien für rostfreie Werkstoffe

Apr 15 2013
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Ein Blick in die Baumarktregale zeigt, dass traditionelle Produkte aus konventionellem Stahl immer häufiger durch Produkte aus rost- und säurebeständigen Werkstoffen ersetzt werden. Gegenüber 2005 hat sich der Bedarf an rostfreien Stählen entsprechend mehr als verdoppelt. Die Werkstoffpalette ist dabei riesig und sie wächst stetig. Die Entwicklung stellt die Unternehmen der Metallbearbeitung, etwa die der Feinwerkmechaniker-Innungen, vor einige Herausforderungen. Rostfreie Materialien, etwa ein komplexer Super-Austenit, erfordern andere Frässtrategien und Werkzeuge. Die Stähle lassen sich aufgrund ihrer Eigenschaften deutlich schlechter zerspanen als herkömmliche Stähle. Dadurch erhöhen sich die Prozesskosten für die Unternehmen um rund 30%.

Dirk Schachtsiek, Geschäftsführer der Firma tools-in–motion (tim), bringt die resultierenden Auswirkungen auf den Punkt: „Wer sich den Herausforderungen nicht stellt, wird in Zukunft große Probleme bekommen. Rost- und säurebeständige Werkstoffe werden sich in praktisch allen Bereichen durchsetzen.“

Um die regionalen Unternehmen auf die skizzierten Herausforderungen vorzubereiten, organisierte das berufsbildungszentrum der kreishandwerkerschaft märkischer Kreis e.v. (bbz) gemeinsam mit der Firma tim ein Tagesseminar mit Theorie- und Praxisteilen. Die Referenten kamen u.a. direkt aus der Entwicklungsabteilung des Markführers in Sachen Zerspanungstechnik, der Firma SANDVIK Coromant. Das übergeordnete Ziel des Seminars bestand darin, Strategien zu vermitteln, um die Prozesskosten bei der Werkstoffbearbeitung zu minimieren und die Prozesssicherheit zu optimieren. Wie das Feedback der Teilnehmer zeigte, war diese Zielstellung goldrichtig gewählt. „Meine Erwartungen an das Seminar sind bei weitem übertroffen worden“, äußerte sich Thomas Schulz von der Firma Fritz Pleuger oHG aus Lüdenscheid sehr zufrieden mit der Veranstaltung. „Besonders gut gefallen hat mir auch der ständige Wechsel aus Theorie- und Praxisteilen. Man konnte die komplexe Materie dadurch sehr gut verstehen, festigen und für die Praxis im eigenen Betrieb aufarbeiten“, so Schulz weiter.

Tatsächlich basierte das didaktisch Konzept zur Veranstaltung auf lerntheoretischen Erkenntnissen, die das bbz in verschiedenen Forschungsprojekten sammeln konnte. „Entscheidend scheint hier, dass theoretische Inhalt möglichst zeitnah praktisch umgesetzt werden können. Das bbz bietet mit seinen Maschinen und Räumlichkeiten geradezu ideale Bedingungen für eine solche Didaktik“, erläutert Hermann-Josef Fox, Leiter des Fachbereichs CNC-Technik beim bbz die Vorzüge des didaktischen Konzepts. Aufgrund des positiven Verlaufs und der Brisanz der Thematik, sind weitere Veranstaltungen wahrscheinlich.

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